Lage:Burgstr. 002 Stadtbezirk VIII / Stadteil Essen-Burgaltendorf Kurzbezeichnung: Burgruine Altendorf Art u. lfd. Nummer der Denkmalliste / Eintragungsdatum: Baudenkmal 0062 / 14.02.1985 Merkmale: Einst Wasserburg auf der Hauptterrasse der Ruhr, bestehend aus der Vorburg und der Hauptburg mit dem Wohnturm. Ursprünglich beide umgeben von wassergefüllten Gräften. Nach 1180 erbaut als Stützpunkt zwischen dem Erzbistum Köln und dem Kölnischen Herzogtum Westfalen. Seit Mitte des 13. Jh. Ministerialenburg, bis 1750 bewohnt von verschiedenen westdeutschen Adelsfamilien. In ihrer Eigenschaft als siedlungsgeschichtlicher Kern Burgaltendorfs hat sie Bedeutung für die Geschichte der Stadt Essen; wegen ihrer ortsbildprägenden Form hat sie darüber hinaus noch Bedeutung für Burgaltendorf und damit für die Stadt Essen. Als Anschauungs- und Forschungsobjekt ist die Burg aus wissenschaftlichen Gründen erhaltens- und nutzenswert, ebenfalls aus städtebaulichen Gründen wegen ihrer Eigenschaft als Identifikationsmerkmal für Burgaltendorf. (aus: Denkmalliste der Stadt Essen, Stand: 01.02.2001)
Nachrichtliche Angaben zur Beifügung der Denkmalliste gemäß § 2 Abs. 3 DLVO:
Der Heimat- und Burgverein Essen-Burgaltendorf, gez. Dieter Bonnekamp, hat mit E-Mail vom 28.11.2005 nachfolgend zitierte (" ... ") Anmerkungen zum Text über die Ruine Burg Altendorf, mitgeteilt:
"Anmerkungen des Heimat- und Burgvereins Essen-Burgaltendorf zur Denkmalliste der Stadt Essen
Stadtbezirk VIII, Burgaltendorf Burgruine Burgaltendorf, Burgstraße 2, Baudenkmal 0062
1. Zu dem Passus 'auf der Hauptterrasse der Ruhr' im ersten Satz: Es ist zu fragen, was diese Erwähnung der Ruhr-Hauptterrasse, die hier vor Millionen Jahren war, im Zusammenhang mit der Burg aussagen soll. Es führt nach unserem Ermessen nur zu Verwirrungen.
2. Dritter Satz von 'Nach 1180...' Die Vermutung der Erbauung nach 1180 geht auf Überlegungen des Hattinger Kreisheimatpflegers Dr. Eversberg zurück. Er suchte ('cui bono') nach einem Anlass und Veranlasser, der diese Anlage erbaut haben könnte, die nach Baustil, gefundener Keramik und örtlicher Überlieferung in der 2. Hälfte des 12. Jh. errichtet wurde. Nun nimmt man diese Mutmaßung von Dr. Eversberg als eine Tatsache. Es spricht aber einiges dagegen. So kann die Lage der Burg an einem strategisch völlig bedeutungslosen Punkt der Sicherung des Herzogtums Westfalen wenig dienlich gewesen sein. Denkbar wäre, dass die Anlage nach 1160 errichtet wurde nach der Aufteilung der Grafschaft Berg. Die neuen Grafen von Altena-Isenburg hatten mit ihrer Grafschaft auch die Vogteirechte über die Stifter Essen und Werden geerbt, eine nicht geringe Einnahmequelle. Später sollte darum ein Aufsehen erregender Mord geschehen. Die neuen Grafen von Altena-Isenburg saßen zunächst weit weg von diesen Einnahmequellen auf der Burg Altena. Der Zweig eines über Generationen bewährten Ministerialengeschlechtes aus Klein-Altendorf, die Herren von Altendorf, wurde auf diese Burg gesetzt, um die Interessen der neuen Grafen wahr zu nehmen. Rund 30 Jahre später reichte das nicht mehr; die Grafen von Altena-Isenburg zogen auf die (alte, damals neue) Isenburg bei Hattingen, um selbst den Stiften näher zu sein. Für die Erbauung in den 60er Jahren des 12. Jh. spricht auch, dass in der ältesten Urkunde, die das heutige Burgaltendorf nennt, der von 1166, von Zinsleistungen die Rede ist, die 'in villa Aldendorpe' zu entrichten sind. Nun ist zum einen mir 'villa' nicht unbedingt eine Stadt oder ein Dorf gemeint, es kann auch ein Adelssitz sein. Zum anderen hätte man als Ort des Zinszahlungen, wenn hier noch keine Burg vorhanden war, sicher die Kirche des nahen Kirchspielorts, St. Mauritius in Hattingen-Niederwenigern festgelegt. Sie auch Anmerkungen zum Baudenkmal 0649, Herz-Jesu-Kirche Essen-Burgaltendorf. Es könnten aber auch vor 1180 die Kölner Erzbischöfe als Bauherren in Frage kommen. Denn schon lange vor der Übertragung des Herzogtums Westfalen haben diese Herren hier Interessen gehabt und wahrzunehmen versucht.
3. Vierter Satz: ' ... Seit Mitte des 13. Jh. Ministerialenburg ... ' Nach unserem Dafürhalten war sie von Beginn an Ministerialenburg und es ist uns völlig unklar, was sie denn zuvor hätte sein sollen. Natürlich waren die Ministerialen immer lehnsabhängig und hatten hier bestimmte Aufgaben wahrzunehmen. Aber wer auch immer eine Burg hierher gesetzt hat, hat sie als Ministerialenburg gebaut." Weitere Informationen: Abbildungen: |